… die Anleitung zum Entrümpeln (oder die Antwort auf die Frage, warum wir keinen Keller brauchen 🙂 ).

Obwohl ich ständig aufräume, sieht es immer chaotisch aus.

Ich bin einfach so, ich kann die Unordnung nicht dauerhaft beseitigen, dabei hätte ich es so gerne ordentlich.

 

Wer fühlt sich angesprochen?

 

Für den haben wir heute Teil 1 eines total interessanten Beitrags. Pünktlich zum Wochenende stellen wir Teil 2 (Klick) für euch online und ihr habt genügend Zeit, eure Wohnung mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen ;).

Nein, wir sind (leider) nicht finanziell an Marie Kondo´s fast schon revolutionärem Buch beteiligt 😉 .

Aber wir haben es verschlungen und umgesetzt und was sollen wir sagen… wir sind ohnehin keine Messies, aber ihr Lieben… wir fühlen uns um Kilos leichter. Es ist irre, welchen ENORMEN Einfluss ihre Aufräummethode auf unser Wohlbefinden hat. Man fühlt sich entschlackt, sortiert, der ganze Dreck ist weg. Wie ein Befreiungsschlag.

 

Wer ist Marie Kondo?

010716_mariekondohttp://www.shopterrain.com/article/marie-kondo

Zur Einführung für die, die noch nichts von ihr gehört haben: Marie Kondo ist Anfang 30, kommt aus Japan und ist ein professioneller Aufräum-Coach. Und eine Bestseller-Autorin, die für ihre Methode, die sog. KonMari-Methode ihre Hand ins Feuer legt. Kein Jojo-Effekt, kein Zurückfallen in die alte Unordnung. Dafür ist ihr Vorgehen radikal und sicher nicht Jedermann´s Sache. Alle, die immer wieder mal ein bisschen aufräumen-, aber dabei nicht zu viel entsorgen wollen, die dürfen bei unserem Post an dieser Stelle aussteigen 🙂 .

Für alle anderen geht es gleich los, denn wir haben für euch ihre Aufräumanleitung (im Wesentlichen, natürlich nicht mit allen Details) zusammengefasst, mit der ein für alle Mal mit der Unordnung Schluss ist.

 

Ihr Ansatz

Fräulein Kondo hat eine Aufräum-Methode für alle und Aufräumen ist in ihren Augen eine ganz simple Sache, die nur aus zwei Handlungen besteht:

  1. Dinge wegwerfen.
  2. Einen sinnvollen Aufbewahrungsort suchen für die Dinge, die bleiben dürfen.

Das „Dinge wegwerfen“, das werdet ihr gleich merken, bezeichnet Marie Kondo als „Aufräumfest“.

Ein Mal im Leben so richtig aufräumen und dann habt ihr für immer Ruhe. Klingt zu schön, um wahr zu sein, oder?

 

Aufräumen in einem Rutsch, in kurzer Zeit und perfekt

Die Idee ist folgende: hat man ein Mal in seinem Leben perfekt aufgeräumt, so ist diese Veränderung so dramatisch und überwältigend, dass man nie wieder so leben möchte, wie man es zuvor getan hat. Es MUSS innerhalb kurzer Zeit stattfinden, damit der positiv-heilsame Schock seine volle Wirksamkeit entfalten kann. Der Teufelskreis aus dem ständigen Aufräumen ist damit durchbrochen.

Beim Aufräumen geht es nur darum zu entscheiden, was weg muss und was bleiben darf. Alles andere kommt später. Insbesondere solche Fragen wie „wo soll ich das später hinräumen?“ sind jetzt absolut tabu und kommen erst auf den Tisch, wenn das Entrümpeln vollständig abgeschlossen ist.

Bevor ihr mit dem Entrümpeln beginnt, stellt Marie Kondo euch die bedeutende Frage:

„Was ist der Anlass, warum du konkret aufräumen möchtest? Was ist dein Motiv?“

Die Idee dahinter ist folgende: das Traumleben, das wir nach der Aufräumaktion führen möchten zu visualisieren, ist die mentale Basis, die uns dabei hilft, unsere Prioritäten zu erkennen und zu spüren, was uns tatsächlich glücklich macht.

 

Wie entscheide ich, was ich wegwerfe und was bleiben darf?

Das Entrümpeln fällt uns naturgemäß in einigen Bereichen sehr leicht, in anderen eher schwer. Darum gibt Marie Kondo eine Reihenfolge vor, denn bestimmte Kategorien sind als Startkategorie für das Aufräumen gänzlich ungeeignet – ganz vorne mit dabei z.B. Erinnerungsstücke. Zu dieser Reihenfolge kommen wir später.

Denn nun geht es erstmal um einen der zentralen Sätze der KonMari-Methode, denn schließlich ist das Ziel, sich ausschließlich mit Schönen Dingen zu umgeben:

„ Macht es mich glücklich, wenn ich dieses Teil in die Hand nehme?“

Ja, das heißt tatsächlich, dass ALLES bei ihrer Aufräummethode in die Hand genommen wird und diese Frage gestellt werden muss. Radikal kommt dann alles weg, das mich nicht glücklich macht. Übrigens nicht, bevor man sich nicht bei dem Teil bedankt hat. Das ist ganz wichtig.

Relativ leicht fällt die Entscheidung, Dinge zu entsorgen vermutlich dann, wenn bspw.:

  • das Teil kaputt ist
  • das Teil Bestandteil eines Sets ist, von dem bereits viele Teile fehlen
  • ein Teil nicht mehr zeitgemäß/ altmodisch ist
  • man negative Gefühle mit dem Teil verknüpft

Schwieriger wird es, wenn

  • wir den Gegenstand noch in Gebrauch haben
  • der Gegenstand nützlich ist
  • der Gegenstand selten/ teuer ist
  • wir emotional an ihm hängen (z.B. war das Buch ein Geschenk eines Freundes, zu dem wir schon lange den Kontakt abgebrochen haben, aber wir haben das Bedürfnis, ihn wieder anzurufen).

Beim Wegwerfen zu zögern ist völlig in Ordnung, aber ständig zu sagen „Es ist zu schade, ich kann es nicht entsorgen“ oder „Es war einfach zu teuer“ bringt uns auch nicht weiter.

Hilfreicher ist es, sich dann die folgende Frage zu stellen:

Warum besitze ich den Gegenstand? Warum habe ich ihn gekauft?


Ein Beispiel:

Bei meinen Klamotten finde ich einen Pulli, den ich vor kurzem erst gekauft habe, den ich aber noch nie anhatte.

An der Kasse hast du dich noch über das neue Teil gefreut – damit hat es unter Umständen schon seinen Zweck erfüllt.

Aber warum hast du es nicht getragen? Zu Hause hattest du dann doch den Eindruck, die Verarbeitung ist nicht ganz so hochwertig oder der Schnitt nicht so gut für dich.

Hast du denn dann aus dieser Erfahrung gelernt, dass du dir bspw. nicht den 5. billigeren Pullover im Sonderangebot kaufst oder besser auf die Qualität und die Passform achtest?

Dann hat der Pullover tatsächlich seinen Job getan, alles richtig gemacht und darf entsorgt werden. Nicht jedes Kleidungsstück ist dazu bestimmt, unser Lieblingsstück zu werden oder uns über einen langen Zeitraum zu begleiten.


Schlechtes Gewissen beim Wegwerfen

Das schlechte Gewissen, wenn wir uns von Dingen trennen, macht uns oft das Leben schwer, dabei ist das völlig unnötig. Nehmen wir bspw. an, im Schrank sammeln sich ganz hinten immer wieder Blazer an, die wir nicht anziehen, bisher aber auch nicht entsorgen woll(t)en. Vielleicht haben wir sogar vergessen, dass es sie gibt, bis wir jetzt wieder darauf stoßen. Ist das Wertschätzung? Nein. Aber sich bei ihm für die Zeit und den Zweck bedanken und es dann „zu entlassen“, das ist Wertschätzung.

„Um die Dinge, die wir behalten, richtig wertzuschätzen, müssen diejenigen, die ihre Aufgabe erfüllt haben, weggeworfen werden.“

NICHT nach Orten sortieren

D.h. nicht Zimmer für Zimmer vorgehen, sondern nach Kategorien aussortieren (denn Bücher z.B. werden nicht nur im Wohnzimmer aufbewahrt, sondern evtl. auch im Schlafzimmer).

Wie erwähnt gibt Frau Kondo eine Reihenfolge vor, nach der man vorgehen sollte. Diese lautet wie folgt:

  1. Kleidung
  2. Bücher
  3. Schriftstücke
  4. Kleinkram
  5. Erinnerungsstücke

Marie Kondo hat dabei eine ungewöhnliche Methode: wir gehen bspw. nicht Ebene für Ebene das Bücherregal durch, nein: ALLE Bücher, die in eurer Wohnung vorhanden sind, kommen in die Mitte des Zimmers. Dann wird jedes Buch in die Hand genommen und ihr stellt euch die Frage, ob euch das Buch glücklich macht.

Warum alle Gegenstände in die Mitte kommen? Weil ihr spätestens dann schockiert seid, wie viel Bücher ihr tatsächlich habt, um mal bei dem Eingangsbeispiel zu bleiben.


So das war die Einführung  und Hinführung zum eigentlich Aufräumfest. Darüber könnt ihr dann in Teil 2 der „Magic Cleaning mit Marie Kondo“-Reihe lesen (den zweiten Artikel zum Thema gibt es hier)

Fällt euch Aufräumen leicht 🙂 ?

Alles Liebe, Julia und Jan