Der Zieleinlauf aus Sicht der Vip Tribüne beim Hahnenkamm Rennen in Kitzbühel

Sprünge bis zu 80 m, Steilhänge bis zu 85% Gefälle, Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h. Das Herz aller Wintersportfans schlägt höher, denn schon seit dem 15. Januar fieberte die Wintersport-Szene dem Event-Höhepunkt in Kitzbühel entgegen – und zwar dem legendären Hahnenkamm-Rennen (klick). Das kennt ohnehin jeder, denn es wird schon seit 1931 auf dem Hausberg in Kitzbühel ausgetragen. Dieses Jahr zum 77. Mal. Die besten Skifahrer der Szene ringen um den Sieg auf einer der spektakulärsten Abfahrtsrennstrecken der Welt, der Streif.

Wir haben uns besonders gefreut, dass uns der Hauptsponsor Audi für dieses Wochenende zu dem alpinen Klassiker einlud & wir so hautnah dabei sein durften beim Weltcup-Highlight 2017. Konkret sah das so aus: Freitag nach der Anreise Super G, Samstag Hahnenkamm-Abfahrt, Sonntag Slalom. Und jede Menge fantastisches Rahmenprogramm. So und nun lassen wir die Fotos für sich sprechen (dieses Mal zum Teil übrigens geschossen mit dieser Hasselblad X1D).


– Renntaxi statt Kurtaxe –

echt!hartmann in Kitzbühel mit vielen Audis für das Hahnenkamm-Rennen

Los ging´s am Freitag mit der Audi Driving Experience auf einem eigens von Audi dafür errichteten Parcours. Legales Rasen unter Anleitung also, inklusive Grinsegarantie. Julia ist eine fantastische Autofahrerin. Wirklich. Sie fährt gern, schnell, übersichtlich, hat keine Angst vor Geschwindigkeit. Bei uns gehört aber natürlich ganz traditionell „Vati“ auf die linke Seite der Schaltkonsole. Nur leider nicht in Kitzbühel. Da durften wir zwei erstmal neben einem professionellen Rennfahrer Platz nehmen. Niki war nur Zuschauer. Kaum hatte ich mich also in den Sportsitz gearbeitet, ging es auch schon los. Und zwar schonungslos. Das leicht verwackelte Video von unserem Ritt zeige ich hier nicht. Lieber Kopfkino.

Ein Teil der Audi Driving Experience

Gebrüll. Rechter Fuß hart Richtung Teppich. Der RS6 Avant pflügt mit seinen 605 PS eine Schneise durch den Eiskanal…

….direkt Richtung Bergkuppe. Vor der ersten Kehre (und glücklicherweise auch der sich dahinter auftürmenden Schneewand)…. Anbremsen. Einlenken. Arsch kommen lassen. Quer stellen. Perfekter Drift durch die Kurve. Weiter so. Bei dem Tempo wäre der Aufprall auch im Schnee hart geworden. Durchbeschleunigen. Der Quattro sucht und findet Traktion, meistert das Eis bravourös. Ich suche nach dem Knopf für den Schleudersitz. Bevor ich fündig werde, haut es mich unlieb in die andere Seite der Bestuhlung. Viele Knöpfe, so ein Jet-Cockpit. Egal. Handy festhalten. Lächeln nicht vergessen. Versuche witzig zu sein, damit er mich auch mal fahren lässt. Findet unser Dauer-Drifter aber wohl nicht so lustig. Noch ein paar Mal das gleiche Kurvenspiel. Man stumpft ja so schnell ab. 😉 Dann reisst mich eine Hostess aus meinem Traum von der abgesperrten Serpentinen-Passstraße. Niki träumt jetzt auch.

Unser fahrerisches Können und volle Konzentration werden dann aber schließlich auf dem Offroad-Parcour mit Schrägfahrt, simulierter Steigung und Wippe auf die Probe gestellt. Hey! Das kann ich. Ich bin als kleiner Junge immerhin mal Kübelwagen gefahren. Im Wald. Mit meinem Papa. Außerdem weiß jeder, dass die Autos viel mehr können, als jeder normale Mensch auf dem Weg über städtische Bürgersteige brauchen würde. Also los. Dieses Mal sitzt der Aufpasser auf der rechten Seite. Bei 33 Grad seitlicher Neigung frage ich dann doch mal vorsichtig nach, ob heute schon mal ein Fahrzeug aufs Dach gerollt ist. Daraufhin versichert er mir ganz lässig, dass sie vor Kurzem mal an die 45 Grad Neigung hatten und verweist auf die Anzeige im Display. Schon genial, was zwei volle Reifen halten können, denke ich. Weiter zur Rampe. Auch hier alles ganz unaufgeregt und souverän. Die Assistenten im SUV regeln das. Nur mein Kopf möchte am liebsten weiterhin alles selber machen. Einfach mal abgeben, Jan!

– Kleiner Wagen, ganz groß –

 

Um Platz zu sparen, waren wir zum ersten Mal ohne unseren Kinderwagen und mit unserem neuen Buggy, dem nexo von Mutsy unterwegs (hier der Link mit Infos). Das Ding hat uns vollkommen begeistert: nicht nur kann man ihn in eine fast komplett flache Liegeposition stellen und Niki so seelig schlummern, es pfeift auch nirgends rein. Der Sportwagen ist hochwertig verarbeitet, hat ein riiiiesen Verdeck (womit wir Niki fast vollständig abschirmen können), ist super wendig, sieht toll aus und – natürlich: lässt sich mega kompakt zusammenklappen. Daumen hoch für unsere neuste Anschaffung!

Untergebracht waren wir das ganze Wochenende im A-ROSA in Kitzbühel mit Blick auf die Streif. Wenn man die laaaangen Gänge bis zum Zimmer geschafft hatte. Aber unser Gruppenleiter ist stramm voran marschiert. 😉

Auf dem Weg zum Zimmer im AROSA Hotel in Kitzbühel

 

– Kitzbühel. Streif. Der Berg ruft! –

Während Niki und Julia noch friedlich schlummerten, machte ich mich dann am Samstag morgen auf zu einer Führung ins Starthäuschen. Ich bin zwar gebürtiger Flachland-Tiroler, stand aber mit meinem vierten Lebensjahr das erste Mal auf Skiern. Und dann natürlich jedes Jahr wieder für ein paar Wochen, wie die Menschen aus dem Norden das so machen. Dank meiner Frau bin ich nun aber im Süden eingebürgert und regelmäßig ‚am‘ Berg. Deshalb fällt es mir wirklich schwer, an diesem schönen Samstag morgen lediglich mit Skijacke und  in dem Wissen, dass ich keine Abfahrt machen werde, mit der Gondel rauf zu fahren.

All das ist dank der wirklich überaus netten Bekanntschaft (lieben Gruß an Marion und Heinrich) aber vergessen, sobald ich in der Gondel sitze. Zwei Gondeln weiter vorn fährt Markus Wasmeier. Ja. Der Wasmeier. Skiprofi und Legende auf zwei Beinen. Er kennt sich hier wirklich bestens aus und wird uns gleich das Starterhäuschen zeigen.

Die Atmosphäre da oben im Startbereich beim Hahnenkamm ist phänomenal ! Wir stiefeln Markus hinterher, der alle fünf Meter freudig von jemandem umarmt wird. Er kennt hier so gut wie jeden. Frühere und heutige Kollegen genauso, wie Offizielle. Je mehr wir uns dem Start nähern, desto enger wird es. Oder wir sind einfach zu viele Interessierte in unserer Gruppe?

Interview Markus Wasmeier

Ich fahre ganz ordentlich Ski und habe keine nennenswerte Angst vor schwarzen Pisten. Als Markus Wasmeier uns dann aber erzählt, dass die Jungs drei Sekunden nach dem Start bereits auf Tempo 100 !!! sind, komme ich ins Grübeln. Sich Gedanken oder gar Sorgen machen sei aber, sagt er, gar nicht optimal. Wenn man vor hat die Streif runter zu schießen, sicher ein guter Moment, um ans Aufhören zu denken. Stell Dir vor, Du stehst da oben. Kurz vor dem Start. Ein Freund und Kollege ist gerade abgeflogen und hängt im Netz, ist verletzt. Da fällt es schon schwer, einen klaren Kopf zu bewahren und sich auf die Abfahrt zu konzentrieren.

Früher sind alle nackt gefahren !

„Zu meiner Zeit“ fügt er hinzu „war das alles noch ne Spur härter“. So lerne ich, dass die Pisten früher, als sie noch nicht mit Pistenraupen präpariert wurden, deutlich welliger waren. Und damit unsicherer und schwerer zu fahren. „Oft ging es nur darum, die Ski gerade zu halten.“ Die Zäune waren übrigens noch aus Holz. Keine sicheren Netze, so wie heute. Dann fährt man (Spitze bei ca. 140km/h) auf eine Kuppe zu, sieht nur blauen Himmel. Kein Anhaltspunkt für den Sprung.

Ach ja. „Früher“, so Wasmeier, „sind die Jungs nackt gefahren.“ Also schon mit Rennanzug. Nur eben drunter wie Gott sie schuf. Er hatte immerhin ne Unterhose an. Danke für die Info an der Stelle. 😉 „Da ging es um jede Hundertstel Sekunde.“ Was für uns Zuschauer immer aussieht wie ein gemütlicher Rolli unterm Anzug, ist in Wirklichkeit nur ein kleiner Riegel für die Sponsoren-Aufschrift, der einfach vorne in den Anzug geklebt wird. „Die Fahrer tragen ihre Skistiefel übrigens zwei Nummern kleiner“, fügt er hinzu. Damit sich kein Luftraum entwickelt oder man nicht im Schuh nach vorne rutschen und dadurch eine Rückenlage entwickeln kann, was bei dem Tempo sehr gefährlich wäre. Ich kriege das nicht genau zusammen. Deshalb werden die Schuhe im Ziel jedenfalls so schnell geöffnet. Aua ! meine Füße sind so schon kalt. Als es dann noch technischer wird, steige ich langsam aus. Ich freue mich über diese spannende Erfahrung, komme aber doch leicht ins Grübeln. Ich nehm´dann  mal die Gondel. 😉

 

– Das Hahnenkamm Rennen –

Bereich vor der ViP Tribüne

Und dann ging es los zum legendären Abfahrtsrennen auf der Streif. Unser Mutsy im ersten Offroad-Test. Buckelpiste vor dem Zelt 😉 . Viele Kinderwagen konnten wir hier wirklich nicht ausmachen, dafür füllte es sich aber umso mehr mit Menschen. Nachdem wir uns durch die Security gewühlt hatten, saßen wir ganz angenehm auf der ViP Tribüne-Süd. Inklusive Buggy und Kind. Es ist unfassbar voll und laut. Alles schreit und trötet. Man fiebert mit den Athleten, dass sie einen guten Lauf haben und gesund unten ankommen. Wirklich ein Erlebnis und auf jeden Fall die Reise wert!

B0002542

Jan und Julia Hartmann am Zieleinlauf des Hahnenkamm_rennen 2017 in Kitzbühel

– Happa Happa, Papa –

Auch bestens verpflegt wurden wir von Audi, direkt an der Rennstrecke im VIP-Zelt. Wobei das eher wirkt wie eine mal eben hoch-gezogene Halle, als ein Zelt. Es gab bspw. eine Sushi-Bar, frischen Zander, Lachs und Seeteufel, Rinderfilet, eine WOK-Station, selbst gemachte Pasta, indische Curry-Gerichte und Naan, Salzburger Nockerl, Marillenknödel, Tiramisu, Panna Cotta, Kaiserschmarren, Crème Brûllée und und und. Das war übrigens nur Mittags. Absolute Völlerei. Wirklich genial.

Eingang zum Vip Zelt Hahnenkamm Rennen

Am Abend war es dann Zeit, sich schick zumachen. Zurück ins ‚Zelt‘ zum gesetzen Dinner mit anschließender Party. Es gab wieder außergewöhnlich gutes Essen, viele spannende Menschen und ein klasse Rahmenprogramm. Angefangen von Artistik bis hin zu Ray Garvey. Der hat über eine Stunde gesungen. Nach dem offiziellen Teil ging es mit einer MEGA Soul-Band weiter in die Tiefen der Nacht.

Es war ein sehr aufwändig durchorganisiertes Wochenende, das wir sehr genossen haben. Und durchaus familientauglich. Wir hatten viel Spaß, wurden bestens umsorgt und vor allem konnten wir sehr spannende Menschen kennenlernen – und sogar die ein oder andere Freundschaft bahnt sich an. Wir möchten uns herzlich bei AUDI für die Einladung bedanken und freuen uns auf das nächste `Verbrechen‘.

Eine gute Zeit,

Eure Hartmanns