| enthält WERBUNG | Die Übelkeit erwischte mich in beiden Schwangerschaften richtig heftig. Und zumindest in der ersten unvorbereitet. Früher dachte ich bei Schwangerschaftsübelkeit an ein flaues Gefühl im Magen, besonders morgens, aber eher wie „ach, so schlimm kann das doch nicht sein“. Naja, doch kann es. Ganz bestimmt geht´s noch schlimmer (Hyperemesis gravidarum) und vor allem auch länger. In der ersten Schwangerschaft war´s nach 11 oder 12 Wochen wirklich vorbei, in der zweiten wurde es in der 14. oder 15. Woche besser. Aber es war belastend. Eigentlich will man sich nur ungetrübt freuen über den kleinen Wurm in seinem Bauch, aber Schwindel, Übelkeit und Schwäche trüben oft die Vorfreude und machen das erste Trimester nicht selten zur Tortur. 

Bei Niki bewegte ich mich nur zwischen Bett, Toilette und Sofa hin- und her und war zu gar nichts mehr in der Lage. Sobald ich mich aufrecht hinsetzte, begann ich zu würgen. Am schlimmsten war es nachts, denn so lange ich lag war alles ganz ok, nur hatte ich schon unheimlich früh einen Blasendruck und musste sicher ein Mal pro Nacht auf die Toilette gehen. Als ich dann wieder im Bett lag, wälzte ich mich bis zu einer Stunde rum und konnte nicht mehr einschlafen vor lauter Übelkeit.

Dieses Mal musste ich nicht so viel würgen, dafür fühlte ich mich besonders anfangs so, als wäre ich gerade aus der Achterbahn gestiegen (ich hatte auch einen Eisenmangel, wie sich dann herausstellte, aber die mir verschriebenen Eisentabletten vertrug ich nicht). Wie seekrank, von morgens bis abends. Mir war nur schwindelig, ich war schwach und matt. Es deprimierte mich, weil jeder Tag endete, wie der nächste begann. Obwohl ich optimistisch sein wollte, wusste ich doch, wann der HCG-Peak erreicht ist (etwa SS Woche 12) und dass es ziemlich sicher bis dahin nicht besser werden würde. Ganz im Gegenteil, die Übelkeit wurde immer schlimmer, besonders abends. In Woche 12 ging es gefühlt erst so richtig los, auch wenn ich jeden Tag dachte, es gäbe keine Steigerung. Die Tatsache, dass sich eine bestimmte Situation mit großer Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht änderte, machte zumindest mich ziemlich mürbe. Ich schob Panik, dass ich zu den Schwangeren gehörte, die das während der ganzen Kugelzeit ertragen müssen. Ab Woche 15 war mir eigentlich nur noch morgens vor dem Frühstück richtig übel, das ist manchmal auch heute noch so (geht vorbei, sobald ich was esse und ist damit ohnehin eine komplette Erleichterung).

Natürlich weiß man, wofür man das Alles tut. Aber ich bin schonungslos ehrlich und gebe zu, dass der Gedanke daran bei mir oft in den Hintergrund gerückt ist. Neben der Gewissheit, dass das Ergebnis meiner Übelkeit etwas Großartiges sein wird, verschafften mir ein paar Dinge Linderung. Ich schreib jetzt aber dennoch alles für euch runter, was ich in meiner Verzweiflung in meinen Schwangerschaften probierte, selbst wenn es nicht von Erfolg gekrönt war. Vielleicht habt ihr bei dem ein oder anderen Tip mehr Glück: 😉


– Regelmäßig Essen –

Essen war tatsächlich mein Lifesaver. Normal bin ich eher der Typ morgens-mittags-evtl. nachmittags – abends, aber besonders während der ersten Trimester aß ich gefühlt ständig (der Beweis waren die Gewichtskontrollen beim FA 😉 ). Dieses Mal machte ich mir, sobald ich aufstand, z.B. sofort ein Käsebrot und eine große kalte Apfelschorle und fühlte mich dann halbwegs menschlich. Es verging in den ersten Wochen kaum eine Stunde, ohne dass ich aß. Das mussten gar keine großen Sachen sein, mal ein Joghurt, eine Melone, ein Apfel, Müsli, Toastbrot, Eis (yes), Cracker, Salzstangen, ein Stück Käse oder worauf ich eben Lust hatte, aber ein gefüllter Magen half mir so, damit die Übelkeit gar nicht erst aufkam. Neben dem Bett stand auch ein kleiner Teller mit Knäckebrot, Dinkelbrezeln o.ä., so dass ich noch vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit essen konnte.

– Akupunktur –

Hab ich in der Schwangerschaft mit Niki versucht und es half mir auch, aber nicht sooo krass, dass ich es unbedingt jedem empfehlen müsste. Ich würde unbedingt zu einem erfahrenen Akupunkteur (m/w) gehen. Bei meinem letzten Termin konnte sich die Akupunkteurin nicht mehr genau daran erinnern, ob sie diesen einen Punkt am Schienbein schon früher akupunktiert hatte und murmelte ihrer Mitarbeiterin noch zu „wenn nicht, könnte es sie auch ganz schön zusammen würfeln“. Es stellte sich raus, dass es nicht der richtige Punkt war und ich hatte echt Probleme, nach Hause zu kommen. Das Erlebnis war irgendwie so einschneidend, dass ich es dieses Mal gar nicht erst ausprobierte.

– Sea-Bands fürs Handgelenk –

Z.B. hier zu kaufen. Das sind Akupressurbänder, die vielen meiner Freundinnen geholfen haben – mir ein bisschen. Die Bänder haben eine kleine Noppe auf der Bandinnenseite, die Druck auf den sogenannten Nei Kuan-Punkt ausübt. Ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

 – Homöopathie –

Es folgt kein konzentriertes Globuli-Know-How und ich finde, dass man sehr vorsichtig mit der Anwendung und Dosierung sein sollte. Bevor ihr also etwas ausprobiert, haltet am besten mit einem Homöopathen Rücksprache.

In der ersten Schwangerschaft nahm ich nach Wochen der unerträglichsten Übelkeit Globuli, die mir von heute auf morgen schlagartig halfen. Dieses Mal gleich von Beginn an, sie schlugen aber nicht so gut an wie beim letzen Mal. Jeweils morgens und abends, 5 Stück: Gentiana Magen-Globuli von Wala, Sepia und Nux Vomica (jeweils in der Potenz D12). Mit Niki wirkten die wie gesagt extrem, dieses Mal hatte ich den Eindruck weniger.

– Kräutermischungen aus der Apotheke –

Bekam ich bei Niki von der Akupunkteurin verschrieben und holte mir die auch aus der Apotheke. Mir wurde allerdings alleine beim Geruch und beim Trinken so übel, dass ich es bei einer einmaligen Einnahme belassen habe. Scheint aber vielen zu helfen. Es war eine chinesische Kräutermischung, in München bekommt man so was bspw. in der Apotheke am Odeonsplatz.

– Zitrus/ Orange ; Gerüche –

Eine ganz nervige Sache in der Schwangerschaft ist für mich die extreme Geruchsempfindlichkeit. Und das nicht mal bei offensichtlich unangenehmen Gerüchen (wie einer vollen Windel, Schweiß von Mitmenschen etc.), sondern bei völlig normalen und eigentlich nicht störenden Eigengerüchen. Ich ertrug bspw. den Geruch unseres Badezimmers nicht mehr, der offensichtlich einfach nur ein schöner Duftmix aus Duschgels, Bodylotions, irgendwelchen Sprays und Parfums ist.

Einer Freundin von mir hat ein Aroma-Roller mit bspw. Bergamotte/ Orange, Zitrone, Grapefruit oder Ingwer sehr geholfen (kann man sich auch total einfach aus ätherischen Ölen selbst machen). Ich kaute in der ersten Schwangerschaft ständig den Kaugummis Wrigley Extra Citrus, dieses Mal war mir gar nicht danach. Aber ein Geruch bringt mich direkt zum nächsten Punkt:

– Ingwer gegen die Übelkeit –

Auch hier musste ich dieses Mal passen, aber bei Niki hatte ich fast immer eine Tasse Ingwertee dabei, die mich rettete. Meine beste Freundin lutsche ständig Ingwerbonbons. Dieses Mal wird mir schlecht, sobald ich an Ingwer denke.

– Frische Luft / Bewegung –

Ich wäre in beiden Schwangerschaften besonders in den ersten Wochen am liebsten den ganzen Tag auf dem Sofa gelegen, muss mir aber eingestehen: wenn ich rausging an die frische Luft, mich ein bisschen bewegte und sei es nur eine Runde mit Niki und seinem Laufrad um den Block – es machte den Kopf frei und ich fühlte mich deutlich besser.

– Viel Trinken –

Ich trinke eigentlich immer sehr viel und besonders während meiner Schwangerschaften hatte ich einen unfassbaren Durst. Bei Niki konnte ich am Tag locker 4-5 Liter einfach nur aus reinem Durst trinken. Meiner Homöopathin gefiel das damals gar nicht und sie kühlte mir den Magen (kommt aus der TCM), aber viel trinken ist dennoch wichtig und gut. Oft helfen auch Kräutertees (bspw. Pfefferminze).

Solltet ihr noch mitten drin stecken: durchhalten, es wird bald besser. Und ich hoffe, dem ein oder anderen helfen die Tips weiter!

Alles Liebe,

Julia