Den ersten Teil unserer Wales-Reise verpasst? Dann am besten erstmal hier lang. 🙂


Die glorreiche, uralte Landschaft des walisischen Nordens wollten wir uns natürlich auch ansehen. Wales ist geprägt durch weite Wiesen, grüne Hügel, Moore und Gebirge – große Bereiche sind sogar Landschaftsschutzgebiete.

– Der Gigant der Waliser: (Mount) Snowdon –

Der höchste Gipfel in Wales ist der Snowdon („Yr Wyddfa“ sagen die Waliser), der über dem nach ihm benannten Snowdonia Nationalpark thront, auch wieder ein geschichtsträchtiger Ort voller Mythen und Legenden – die Waliser feiern nicht umsonst das Jahr der Legenden. 😉 Bspw. heißt es, König Artus sei selbst am Snowdon begraben.

Mit der höchsten dampfbetriebenen Schmalspur-Zahnradbahn Großbritanniens, Snowdon Mountain Railway, machten wir uns von Llanberis aus 1 1/2 Stunden auf den Weg zum 1.085 m hohen Gipfel.

Ja ok, die Größe von gut 1.000 Meter an sich haut „uns Süddeutsche“ jetzt nicht unbedingt um. Aber erstmal sind die Waliser zurecht sehr stolz auf ihre Berge und außerdem darf man die Nähe zum Meer nicht vergessen. Niki war nachhaltig schwer beeindruckt von der Dampflok, wir von der wildromantischen Landschaft.

Man sagt, an klaren Tagen reicht der Blick vom Hafod Eryi (dem Besucherzentrum auf dem Gipfel) bis nach Irland, England und Schottland. Das mag ja sein. Bei uns sah es so aus:

Immerhin versank alles erst nach ca. 20 m in einer Nebelsuppe. Bad Timing. 🙂 Also wieder rein in den Wagen und ab nach unten:


– So nah waren wir Charles noch nie: Caernarfon –

Caernarfon ist eingebettet zwischen der Meeresenge, die das walisische Festland von der Insel Anglesey trennt und dem Snowdonia Gebirge und verfügt ebenso über eine Burgruine als Beweis für seine wilde Vergangenheit.

Das Castle von Caernarfon ist aber nicht nur das. Besonders wurde hier Prinz Charles, der heutige Prince of Wales 1969 feierlich gekrönt. Nachdem die Burg heute sein Sitz in Wales ist, gibt es auch Bereiche, die Besucher wegen königlicher Gemächer nicht betreten dürfen. Den Rest haben wir uns angesehen 🙂

When in Caernarfon – Pancakes im Scoops

Diesen Laden wollen wir euch ans Herz legen, wenn ihr euch auch so sehr für Pancakes begeistern könnt, wie wir.

Von außen wirkt das Scoops wie ein 1-Zimmer-Bistro, aber angeschlossen ist ein heimeliger Wintergarten mit allem, was Nikis Herz begehrt (also vor allem Trecker und Duplo 😉 ).

Während draußen Wind und Regen peitschten, verweilten wir irre gemütlich bei Cappuccino und wahnsinnig leckeren Pancakes mit griechischem Joghurt, Bananen und Honig.

– Das walisische Dorf Beddgelert –

Würde man ein walisisches Dorf malen – es wäre Beddgelert.

Steincottages, Schieferdächer, sattes Grün, mächtige Berge drumherum, ein reißender Fluss, die alte Brücke…

Für uns war Beddgelert besonders Ausgangspunkt für eine weitere Zugfahrt, dieses mal mit der Welsh Highland Railway. Wir suchten 15 Minuten nach dem „Bahnhof“, bevor wir endlich das Touristenbüro aufspürten. Nicht nach Gleisen Ausschau halten, einfach auf dem Parkplatz hinter dem Touristenbüro parken und den Weg hochlaufen, der im ersten Moment eher anmutet wie der Eingang in ein Tiergehege. Oben fährt die Lok vorbei, versprochen. 😉

Die Dampflokomotive führte uns total bequem nach Porthmadog. Das Abteil mit Omas Samtsesseln ist übrigens (die) erste Klasse.


– Ein kurzer Stop in Porthmadog –

Eine kleine Hafenstadt, die mit zahlreichen Einkaufs- und Restaurantmöglichkeiten lockt und in der wir uns gut 2 Stunden aufhielten, bevor es mit der Lokomotive wieder zurück ging nach Beddgelert.

Diese 2 Stunden verbrachten wir fast vollständig im The Big Rock Café.

Nicht nur, weil Niki sich dort wieder mal in einer schön ausgestattete Spieleecke vergnügen konnte, sondern besonders auch, weil es hier so tolle Sachen zu Essen gab. Selbstgemachte Pizza, Suppen, Focaccia, Salate nach Wahl oder – was Julia fast inhalierte – eine Ofenkartoffel mit Blumenkohl, Brokkoli, Käse und Salat. Frisch, unheimlich gut und völlig untypisch für das, was wir bis dato in Wales bekamen. Essenstechnisch erinnert Wales (leider) immer noch recht stark an unsere vergangenen Großbritannien-Urlaube (abgesehen von London) mit jeder Menge Sausages, Bacon, Pulver-Ei, pappigem Gebäck und Pommes.

Und dann ging es auch schon wieder zurück nach Beddgelert..


– Italien in Wales: Portmeirion –

Bitte hier lang …

Wir schwören, zwei Minuten später standen wir bei Starkregen und Sturmböen unter dem Torbogen, den ihr ein paar Meter hinter Julia seht. ^^ OH Petrus …

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Wie beschreiben wir diese etwas bizarre, künstliche Stadt am besten…? Sie liegt zwar an der nordwalisischen Küste …

… sieht aber aus wie ein italienisches Fischerdorf.

Bevor wir Italien in Wales erkundeten, stärkten wir uns allerdings erstmal bei einem traditionellen Scone (die clotted cream war uns nicht so geheuer).

Und wie so oft kommt mit ein bisschen Wartezeit nach dem Regen auch wieder die Sonne. 🙂

Portmeirion ist das Werk von Sir Clough Williams-Ellis, der „mehr Schönheit in eine Welt bringen wollte“ und die „natürliche Schönheit der Landschaft hervorheben“. Seid 1975 ist Portmeirion denkmalgeschützt und war aufgrund des einzigartigen, mediterranen Flairs und der Atmosphäre bereits Schauplatz vieler Filme (z.B. „The Prisoner“ – allerdings nie gesehen..). Man zahlt Eintritt (12 £ pro Person) und kann sich dann durch die Gassen treiben lassen, bunte Häuser und Türme -und vor allem auch die tolle Flora & Fauna bestaunen.

Und weil das Wetter so toll und die Lage spektakulär war, wurde natürlich auch gleich der Mavic ausgepackt. 🙂

Wir schlenderten noch ein bisschen durch Portmeiron und dann hieß es auch schon Abschied nehmen..


Nicht nur von Portmeirion, sondern auch von Wales! 🙂

Es war eine fantastische Reise, Wales ist ein unheimlich abwechslungsreiches, warmes Land voller Burgen, Schlösser und einzigartiger Natur. Wenn ihr bald einen Urlaub plant – wir können Wales nur wärmstens empfehlen.

Liebe Grüße

Julia & Jan


* Sämtliche Bilder für diesen Beitrag wurden mit der EOS 6d Mark II erstellt (Leihgabe von Canon, wir haben keine weiteren Zuwendungen erhalten).  
** Die Rechte der Bilder in diesem Beitrag liegen bei ©Jan Hartmann ©echt!Hartmann

Danke an VisitWales für diese tolle Reise und die fantastische Zusammenarbeit!