Ich liebe viele und lange Autofahrten. Stresst mich nicht. Im Gegenteil. Für mich ist meistens der Weg das Ziel. Da ich aber auch liebend gern meinem Bauchgefühl folge und so schon mal der ein oder andere Umweg zustande kommt, wird mir der Faktor „Zeit“ gelegentlich zum Verhängnis. 😉 Heute galt es, die Autofähre in Olbia in time zu erreichen. Vor mir lagen 315 km und die Costa Smeralda.

Ein bisschen, wie Sex mit Gummi.

Die traumhaft schöne Costa Smeralda. Morgens um sechs noch Julia und Niki zum Flughafen gebracht. Dann Papa schnell wieder zurück ins Hotel. Frühstück. Packen und zum zweiten Mal duschen. Eine krasse Hitze war das da unten Ende Juni. Nachdem ich alles erledigt hatte, kam ich gegen 12:30h los. Da ich ja aus meinen Fehlern lerne, nahm ich ausnahmsweise direkt die Autobahn in Richtung Olbia, anstatt die geilen Kurvenstraßen an der Ostküste hoch zu fahren, wie üblich. Meter machen. Ein bisschen wie Sex mit Gummi. Spaß mit sicherem Gefühl.

Luftaufnahme des Spiaggia Su Barone mit dem DJI Mcvic erstellt

– Die Marmorbrüche von Orosei –

…ließ ich direkt hinter mir. Denn mein Hunger trieb mich durch Orosei hindurch ans Meer. Als ich dann auf dem Navi eine spannende Landzunge entdeckte, fuhr ich direkt dort hin. Hab da in der Regel ein ganz gutes Gespür und das sollte auch dieses Mal belohnt werden. Die Spiaggia „Su Barone“ wirkt wie ein vom Rest der Küste entrückter Mikrokosmos. Nachdem ich 5 Euro Maut gezahlt hatte, ging es über eine Brücke in das Areal. Man fährt direkt zwischen den Wasserläufen hindurch, mitten in die tolle Natur hinein. Es gibt nur wenig ´vorgeschriebene´ Wege. Zwischen den Bäumen bis hin zum Strand ist ansonsten alles frei mit dem Wagen zu befahren. So kann sich jeder den Platz suchen, der ihm gerade passt. Ich hab das natürlich gleich genutzt, um mal die Geländegängigkeit des Q7 zu testen. Dabei kamen auch wieder ein paar Luftaufnahmen raus. Seht selbst.

Wie man sieht, sieht man nichts. Herrlich leere, lange Strände.

– Eine Seefahrt –

Meinem Spieltrieb hatte ich es zu verdanken, dass es heute lediglich Chips am Strandkiosk gab, mehr nicht. Ist ja auch mal in Ordnung. Für einen kurzen Sprung ins Wasser hatte ich aber dennoch Zeit. Dann musste ich richtig Gas geben, um meine Fähre  in Olbia zu erreichen. Den Teil gibt’s jetzt mal im Zeitraffer. Fähre und damit das Tagesziel erreicht. Auto verladen. Kabine bezogen. Geduscht. In leicht schmierigem Restaurant gegessen. Seltsame Klaviermusik zu schlechtem Halbplayback. Abscheulicher Wein. Aber genug Durst. Gute Nacht. Guter Schlaf.


– Ein neuer Tag –

Von der Fähre runter dauerte es schon eine ganze Stunde lang. Und weil ich es wieder nicht lassen konnte, trieb mich die Neugier (ja, und auch der Hunger) auf den kleinen 40min Umweg nach Portofino. Viel gelesen. Viel gehört. Unter anderem vom Hotel Splendido. Da wollte ich ewig schon hin. Die haben bestimmt warme Küche. 😉 Und wenn das Gute schon mal so nah liegt…. Auch hier kann ich die tolle Fahrt an der Küste entlang nur jedem empfehlen. Es geht natürlich viel belebter zu, als auf Sardinien. Aber die Straße schlängelt sich an vielen sehenswerten Buchten und tollen Bergen vorbei. Je näher man Portofino kommt, desto voller werden die Straßen. Und die Autos größer.

– Portofino: The one and only –

Und ein besonderer Ort. Hier zeigt man offensichtlich, was man hat. Ist gerne unter seinesgleichen. Mir war das alles erstmal ziemlich wumpe. Ich wollte nur schnell ins Hotel Splendido zur Nahrungsaufnahme. Das Hotel gehört zur sehr luxuriösen Belmond Gruppe und thront in einmaliger Lage über der Bucht von Portofino.

Absurd reich. Absurd voll. Absurd schön.

In Portofino darf jeder mal auf den roten Teppich. 😉

Schon an der Schranke vor dem Gelände wurde ich aufs Genaueste beäugt. Man ließ mich jedoch passieren. Nachdem ich die prachtvolle Straße zum Hotel hinauf gefahren war, wurde mir sogar ein Parkplatz direkt vor dem Eingang zugewiesen.

Alles hier strahlt puren Luxus, Entschleunigung und Klasse aus.

Was sich natürlich auch in den Preisen niederschlägt. Von den Zimmern wollen wir mal gar nicht anfangen. Auch meinen Lachsburger hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Natürlich war der aber ganz außergewöhnlich gut. Speaking of außergewöhnlich: der Blick und die Atmosphäre hier suchen wirklich Ihresgleichen. Vor lauter Träumerei und in die Gegend starren vergaß ich fast, meinen 40 Euro Happen zu essen.

– Down to downtown Portofino –

Es ist so schön, wie man es sich vorstellt. Allerdings auch genauso voll. Wenn es zeitlich passt, also nicht wie ich an einem Samstag Mittag nach Portofino fahren. Eher im Winter bei Sprühregen. Morgens um sechs. Kidding. 

Kaum da unten angekommen, verriet mir ein Blick auf das Zeiteisen, dass ohne Zeit reisen wenig Sinn zu machen scheint. Viel mehr gleichwohl zu zweit reisen. 🙂 Deshalb, und weil Julia unbedingt mit mir nach Portofino möchte, gab es nur ein kurzes Eis im Hafen (wer mich kennt weiß, wie schnell ich Eis esse. Bei der Sahara-Hitze hatte aber selbst ich keine Chance, den Job sauber zu Ende zu bringen). Für einen kurzen ersten Eindruck sollte es heute reichen.

So, nun aber schnell auf die Autobahn. Bis Regensburg werde ich es heute wahrscheinlich nicht mehr schaffen. Mal sehen, wo ich meinen nächsten spontanen Stop einlege. Ich hab da so eine Idee. Jedenfalls liegt er irgendwo hinter diesem Grenzposten.

Audi Q7 an der Schweizer Grenze

Ich hoffe dieser Beitrag hat Euch gefallen.

Ich freue mich, wenn Ihr wieder bei uns rein schaut.

Euer Jan

 

 


* Sämtliche Bilder für diesen Beitrag wurden mit der EOS 5D mark iii erstellt. Luftbilder DJI Mavic Pro.
** Die Rechte der Bilder in diesem Beitrag liegen bei ©Jan Hartmann ©echt!Hartmann
*** Vielen lieben Dank auch an Audi für den fabelhaften fahrbaren Untersatz.

Was wir noch auf Sardinien erlebt haben, könnt ihr in diesen Beiträgen lesen:

  • Königsküste Costa Rei, hier lang
  • Spiaggia Malfaltano, hier lang
  • Alghero Teil 1, hier lang
  • Alghero Teil 2 bzw. die Grotta di Nettuno, hier lang