http://oceanadesigns.net/images/granite/rosewood/rosewood.jpg http://thegrasswizard.com/etc8m/imtrnp-drmartens-womens-9770900.php Ganz ohne jeden Zweifel haben wir beide das Gefühl, miteinander und in unserer Familie angekommen zu sein, den besten Menschen an unserer Seite zu haben, den wir uns je hätten vorstellen können. Die Zuneigung, das Vertrauen und die Liebe könnten nicht größer sein. That being said – aber auch wir schaffen es nicht immer, unsere kleinen Streitereien so zu führen, wie wir es gerne würden.

source site Grundsätzlich ist es die schönste Vorstellung, dass alle Menschen in ihrer Familie glücklich und erfüllt sind, sich wohl fühlen, Kraft aus dem Familienverbund schöpfen und die Familie als einen Ort empfinden, der ihnen Raum gibt und Möglichkeit bietet zur Selbstentfaltung und Befriedigung emotionaler Bedürfnisse. Wirft man allerdings einen Blick auf die Scheidungsraten, dann liegt der Gedanke nah, dass sich unsere Gesellschaft von diesem Ideal immer weiter wegbewegt.

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Eine Tatsache ist wohl: wenn man sich als Paar trennt, dann geht dem in den meisten Fällen eine riesen Portion Streit voraus, Tränen werden vergossen, es gibt unerfüllte Bedürfnisse, Ärger, Verzweiflung, Frust, Wut, Traurigkeit (manchmal nur auf einer Seite). Für Kinder bricht eine ganze Welt zusammen, wenn Eltern sich scheiden lassen (Jan ist übrigens ein Scheidungskind). Dennoch ist die Scheidung eine klare Botschaft und für Kinder oft das Ende von Nächten, in denen sie durch unermüdlichen, lauten Streit der Eltern aus dem Schlaf gerissen wurden. Fast nichts wirkt auf Kinder bedrohlicher, als eine dauerhaft angespannte Atmosphäre innerhalb der Familie und die ständige Angst darum, was passiert. Unter Umständen kann die Scheidung dann das (dramatische) Ende mit Schrecken sein, statt ein Schrecken ohne Ende. Denn sehr viele Paare bleiben aus diversen (nachvollziehbaren) Gründen zusammen, obwohl sie eigentlich nicht mehr glücklich sind. Oder sie haben die Hoffnung nicht aufgegeben, wieder glücklich zu werden, aber es mag nicht gelingen. Die Frage danach, was eine schlechte Liebesbeziehung oder unzureichende Streitkultur zwischen den Eltern mit unseren Kindern macht, geht uns nicht aus dem Kopf.

Wieso uns das beschäftigt? Weil wir auf einen Artikel bzw. eine Studie gestoßen sind die belegte, dass Scheidungskinder im späteren Leben selbst deutlich häufiger geschieden werden (hier bspw. ein Link). Wir fühlen uns in keinster Weise so, als würde uns das betreffen, nur weil Jan ein Scheidungskind ist, aber es ist für uns ein Indiz dafür, was für einen enormen Einfluss das Verhalten grundsätzlich und auch die Beziehungsqualität der Eltern auf die Entwicklung der Kinder hat. Drew Barrymore bspw. antwortete jüngst in einem Interview auf die Frage, weshalb ihre dritte Ehe gescheitert ist:

Ich suche nicht nach Ausreden, aber sicher hat auch meine verkorkste Kindheit und Jugend damit zu tun. Ich hatte leider keine Kindheit, in der mir jemand vorgelebt hätte, wie man eine Beziehung richtig führt (…).

Und weil wir natürlich genauso auch ein paar eher unschöne Verhaltensmuster im Laufe unseres bisherigen Lebens entwickelt haben. Kleinigkeiten, über die wir gar nicht groß nachdachten, als es nur uns beide gab. Die vergessen waren nach 5 Minuten. Aber genau die leben wir jetzt unserem kleinen Jungen vor. Das ist menschlich, aber eigentlich nicht nur unverantwortlich, sondern auch inakzeptabel.

Klar weiß man, dass man eine Vorbildfunktion für seine Kinder hat. Aber je mehr wir darüber nachdenken, desto bewusster wird uns diese Tragweite. Es geht ganz und gar nicht alleine um elterlichen Streit, aber der hält als Paradebeispiel hin, weil Beziehungen eine der Säulen im Leben darstellt. Eine wunderschöne Liebesbeziehung zwischen den Eltern ist die beste Voraussetzung für die Entstehung eines gesunden, selbstbewussten, stabilen Kindes – das ist unsere Meinung. Wir möchten nicht vernachlässigen oder klein reden, wie sich Kinder im Moment des Streits zwischen den Eltern fühlen. Aber heute geht es uns mehr um die Frage: was machen unsere zum Teil banalen, aber unguten Verhaltensmuster langfristig mit unseren Kindern? Im Umgang mit ihren Freunden, später in deren Beziehungen oder wenn sie eine eigene Familie gründen?

Jeder von uns kennt diese harmonischen Bilderbuchbeziehungen. Vielleicht weil ihr selbst eine führt, eure Eltern, eure beste Freundin, der Onkel, die Cousine, wer auch immer. Bilderbuchbeziehung nicht deswegen, weil die keine Probleme haben. Da gibt es natürlich auch mal Krach, aber man merkt, man hat es nicht mit streitlustigen, aggressiven, narzisstischen Personen zu tun. Es gibt keine verletzenden, beleidigenden, herablassenden Provokationen, keine fiesen Sticheleien, die unter die Gürtellinie gehen. Kein Türenschlagen, kein hysterisches Kreischen, kein beleidigtes Schmollen. Geschweige denn körperliche Ausfälligkeiten oder Aggressionen. Übertreibung veranschaulicht, allein eine der aufgeführten Charaktereigenschaften wäre genug. Die zwei sind dazu in der Lage, auch bei Meinungsverschiedenheiten respektvoll und weitestgehend sachlich zu bleiben. Die Reaktionen sind übersichtlich, nicht unkontrolliert und im Affekt. Sie begegnen sich auf Augenhöhe. Und vor allem: Streit ist die Ausnahme, nicht die Regel. Es gibt ein harmonisches, glückliches Familienleben. Und wenn dem Ärger Luft gelassen wurde, dann ist es auch wieder in Ordnung.

Wir sind keine Psychologen, aber Menschen übernehmen einfach oft die Verhaltensweisen, die sie in der Herkunftsfamilie (oder bei den Personen, mit denen sie sehr viel Zeit verbracht haben) kennengelernt haben. Wir schauen uns also i.d.R. von unseren Eltern ab und übertragen deren Verhaltensweisen in unsere Partnerschaft. Ob wir wollen, oder nicht.

Es liegt also ganz alleine in unserer Verantwortung, dass wir Nikolas vorleben, wie man Streitgespräche innerhalb der Familie konstruktiv und liebevoll führt. Und nein, auch uns gelingt das nicht immer. Sicher gibt es noch viele weitere Faktoren die beeinflussen, ob er unzureichende Kommunikationsfertigkeiten erlernt, aber wir können ihm eine solide Basis vermitteln und durch unser Verhalten vorleben, dass Konflikte und Meinungsverschiedenheiten zum Alltag einer Partnerschaft gehören und sogar wichtig und nützlich sein können, wenn sie die Möglichkeit bieten, sich als Paar weiterzuentwickeln.

Liest man darüber, was eine unglückliche Ehe der Eltern oder sogar die Scheidung mit Kindern/ Jugendlichen macht, stolpert man über Begriffe wie „psychische Störung“ oder „Auffälligkeiten“. Vielleicht denken wir zu extrem, aber da kommen uns zunächst mal eher Gedanken wie Alkoholismus, Gewalttätigkeit, Abfallen in der Schule, Isolation von Freunden usw. Wenn die Kinder – völlig flapsig formuliert – keinen solchen offensichtlichen Schaden davongetragen haben, dann geht man vielleicht auch davon aus, dass es „so viel ja nicht ausgemacht haben kann“, wenn man innerhalb seiner Familie keine anständige Streitkultur entwickelt hat. Aber was ist mit diesen Kleinigkeiten, die wir Kindern vorleben, die sie dann in ihre eigene Beziehung und später Familie mittragen und die dort zu großen Differenzen führen könnten? Wie bspw. grundsätzlich kein harmoniebedürftiger, sanftmütiger Mensch zu sein, sich nicht entschuldigen können, auf Kritik gekränkt reagieren, egal wie sie geäußert wird, sich gegenseitig nicht richtig zuhören, den anderen nicht aussprechen lassen, stets Recht behalten wollen, auf Kleinigkeiten herumreiten, den anderen vorführen und zu viel kritisieren, die Kommunikation verweigern, keine Empathie und Hilfsbereitschaft entwickeln, im Streit aufstehen und gehen, sich selbst immer an erste Stelle zu stellen, nicht locker lassen zu können, alles sehr ernst zu nehmen und verbissen zu sein oder oder oder. Solche antrainierten Verhaltensmuster im Erwachsenenalter aufzubrechen kostet viel, viel Geduld und Zeit. Bei allen Beteiligten bzw. Betroffenen.

Wir als Eltern sind die Vorbilder! Und wenn Mama und Papa ständig hitzig über jede Kleinigkeit diskutieren, laut und unsachlich werden, dann ist doch die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Kinder zu streitlustigen Erwachsenen entwickeln, die Konflikte negativ und destruktiv angehen und damit zunehmend zu einer Abnahme ihrer Beziehungsqualität beitragen. „Endstation“ Scheidung. Aus reinem Egoismus und einer Unfähigkeit heraus werden Kinder zu den Leidtragenden des schlechten Verhaltens. Offensichtlich ist es in der heutigen Zeit entweder die Ausnahme, oder ein Glücksfall, wenn Eltern wie oben beschrieben auch noch nach vielen Jahren Ehe liebevoll und befruchtend miteinander umgehen. Blickt man hinter die Fassade, erleben wir das in unserem Umfeld nämlich erschreckend wenig. Übrigens nicht nur verbal, sondern auch nonverbal.

Tatsächlich empfinden wir es als eine unserer größten Pflichten, Nikolas eine glückliche, liebevolle Kindheit in einem harmonischen Familienverbund zu ermöglichen und ihm vorzuleben, dass Mama und Papa eine erfüllte Ehe führen, ein positives Familienklima vorherrscht und er keine emotionale Unsicherheit erleben muss. Also das Gegenteil von gestörten Familienstrukturen und -prozessen. Für die Entwicklung einer Partnerschaft sind weniger die auftretenden Probleme entscheidend, als die Art und Weise, wie die Partner dabei miteinander umgehen. Wie lösen wir Konflikte in der Partnerschaft? Wie äußere ich meine Bedürfnisse?

Den größten Respekt vor dem Elternsein hatten wir immer deswegen, weil wir uns so viele Gedanken um die Auswirkungen unserer Erziehung/ Beziehung mit Nikolas machen. Gut gemeint ist schließlich nicht immer gut gemacht. Und selbst mit den besten Absichten und viel Liebe passiert es, dass wir Dinge machen, die pädagogisch nicht besonders wertvoll sind und Folgen haben, die wir nicht absehen konnten.
Ja, wir sind alle nur Menschen, wir machen alle Fehler. Und Kinder brauchen sicher auch konfliktreiche Erfahrungen, um sich später zurecht zu finden im Leben. Aber vermutlich keine destruktiven. Und wir dürfen uns nicht flüchten in solche Beschwichtigungen, nur weil wir es nicht schaffen, über uns hinaus zu wachsen und uns endlich unseren schlechten Angewohnheiten und Charaktereigenschaften zu stellen.
Zum Abschluss noch ein Auszug aus Jesper Juuls Buch „5 Grundsteine für die Familie“:
Für viele ist es eine schwer zu akzeptierende Wahrheit, dass man ein furchtbarer Vater oder eine schreckliche Mutter und zugleich ein wunderbarer Mensch sein kann. Doch vor allem hinsichtlich der Beziehung zu seinen eigenen Kindern sollte man sich diese Tatsache bewusst machen. Oft sind wunderbare Menschen ziemlich lausige Eltern. Sie machen es so gut sie können, aber leider reicht das nicht aus.
Wir wollen dass es ausreicht, wir wollen für Nikolas die besten Eltern sein, die er sich wünschen kann. Und wie viel Arbeit das kostet und wie hart man dafür manchmal mit sich ins Gericht gehen muss, dafür möchten wir unser Bewusstsein noch mehr schärfen.
Puh, das war heute mal schwere Kost, aber das musste einfach alles mal raus 🙂
Alles Liebe,
Julia und Jan